Chronik

 

100 Delitzscher Tennisjahre- eine Zeitreise & Spurensuche

1912-1915
Die ersten Spuren des Tennissports in Delitzsch lassen sich bis in die Vorkriegszeit nach verfolgen. In Delitzsch existieren zu dieser Zeit drei Tennisplätze die jedoch im Besitz von Privatleuten sind. Gegen eine erschwingliche Miete konnte lediglich der Platz im Garten des Hotels zur grünen Linde für jedermann genutzt werden. Dieser war im Besitz des Hoteleigentümers Otto Mertzsch. Ein weiterer Tenniscourt existierte am früheren Schützenhof (heute Bürgerhaus). Die dritte Anlage befand sich im Besitz der Familie Bauer den Eigentümern der Walzenmühle.
1914 entstehen auf dem heutigen Gelände des Delitzscher TC  in der Nähe der alten Stadtmühle die ersten beiden Tennisplätze. Zunächst ist auch dies der Initiative einiger Delitzscher Unternehmer zu verdanken. Noch vor Beginn des  1. Weltkriegs bildet sich auf Betreiben des Delitzscher Fabrikbesitzers Max Härtel die erste Tennis–Gesellschaft. Vermutlich kann man diese Gesellschaft als Vorläufer des Delitzscher TC bezeichnen.
1914-1921
Es ist anzunehmen das der Weltkrieg selbst und die folgende Nachkriegszeit keinen förderlich Einfluss auf den Delitzscher Tennissport hatten. Im Allgemeinen ist über diese Zeit wenig bis gar nichts in den Archiven zu finden.
1921-1933 Der Startschuss in der Weimarer Republik
Auf Betreiben einiger Delitzscher Bürger wird im August 1921 der Delitzscher Tennisclub aus der Taufe gehoben! Durch die Ausgabe von Anteilsscheinen im Wert von 100 Reichsmark an die Vereinsmitglieder und Gönner wurde genügend Geld aufgebracht um auf dem bereits vorher verfüllten kleinen Stadtgraben die jetzige Tennisanlage zu errichten. Eine wesentliche Rolle spielt hier der Delitzscher Zahnarzt Edgar Schwerin, der selbst ein sehr guter Spieler seiner Zeit war.
Mitbegründer Edgar Schwerin (†) 
Bereits Ende August 1921 findet das erste Tennisturnier um die Stadtmeisterschaft mit überregionaler Beteiligung statt. Erster Turniersieger in Delitzsch wird ein gewisser Max Sulima. Für das Jahr 1922 findet sich in der Delitzscher Zeitung vom    3. Oktober ein Bericht über die zweite Auflage des Turniers. Bei den Herren belegen die Delitzscher Schwerin und Stach die Plätze 3 und 4. Bei den Frauen siegten sogar  mit Hentze und Werfel zwei Delitzscherinnen. Laut Beschluss der Delitzscher Stadtverordnetenversammlung vom 28. 10.1921 wird dem Delitzscher Tennisclub das jetzige Gelände unter der Maßgabe es auch der Allgemeinheit zugänglich zu machen bis 1928 zur Pacht überlassen. In diesen Zeitraum fällt auch die Erweiterung der Anlage auf fünf Tennisplätze in ihren heutigen Stand. Schon hier spielt die materielle und finanzielle Unterstützung durch das Reichsbahnausbesserungswerk Delitzsch eine wichtige Rolle. Bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten leiten Edgar Schwerin und Hans Reimerdes die Geschicke des Delitzscher Tennissports.
1934-1945 Nationalsozialismus / Kriegsjahre
Über diese Periode des Delitzscher Tennisgeschehens ist kaum etwas bekannt.  Lediglich wird für das Jahr 1934 Herr Walter Bosselmann als Führer der Delitzscher Tennis Gesellschaft vermerkt. Da Delitzsch von wesentlichen Kriegsschäden verschont blieb ist davon auszugehen das zumindest die bauliche Substanz der Anlage keine sehr großen Verluste zu verzeichnen hatte.
Urkunde aus dem Jahr 1936
1945-1949 Nachkriegsjahre
Mit dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde gemäß Befehl der sowjetischen Militärverwaltung die Vermögenswerte des Delitzscher Tennisclub am 31.10.1945 konfisziert! Auf Verordnung des Präsidenten der Provinz Sachsen ist der Verein zum 22.5.1946 aufzulösen! Das vorhandene gesamte Vereinsvermögen wird beschlagnahmt und zur Vermögensverwaltung ein Treuhänder eingesetzt.
Doch die bereits vier Monate später beantragte Neuzulassung des Delitzscher Tennisclubs erledigte sich  durch die Übernahme der Sparte Tennis in die Freie Deutsche Jugend (FDJ) von selbst. Im September 1946 wurde der Übernahme durch die Stadtverwaltung Delitzsch zugestimmt. Die Sparte Tennis wird ab 1947 vom Kreisspartenleiter Sportfreund Helmut Enke geführt. Ende des Jahres 1950 wird der bisherige Treuhänder abberufen und die Stadt Delitzsch wird zum neuer Rechtsträger der Vermögenswerte bestellt. Damit ist die Stadt faktisch wieder Besitzer des Vereinsgeländes am Wallgraben. Mit Gründung der DDR war die Sparte Tennis ab 1950 zunächst in der BSG (Betriebssportgemeinschaft) MAS (Maschinen-Ausleih-Station) Delitzsch beheimatet. Kurz danach wurden die Tennisspieler BSG Traktor Delitzsch zugeordnet.
1950-1960 die goldenen Jahre
Das älteste in den Vereinsarchiven zu findende Dokument aus dem Jahr 1953!
Dieses Delitzscher Tennis Jahrzehnt war bestimmt von vielen sportlichen Erfolgen Delitzscher Spieler /-innen! So wurde in diesem Zeitraum allein Karl Heinz Sturm fünfmal DDR-Einzelmeister. Sturm war bereits zuvor schon mehrmals Ostzonenmeister! Auch die Delitzscher Sportfreundin in Inge Fiebig wurde 1955 DDR- Einzelmeisterin im Freien, 1956 Hallenmeisterin der DDR und 1957 DDR-Doppelmeisterin! Katrin Ballhorn und Karl Heinz Rast wurden in den Fünfzigern DDR-Jugendmeister im Doppel bzw. Einzel. Margaret Krutzger DDR- Jugendmeisterin im Doppel und Mixed. Mit der Neustrukturierung des Sports in DDR etablieren sich bis hin zur Bezirksebene in punktspielform ausgetragene Mannschaftsmeisterschaften. 1951 holten sich die Jungen des BSG Traktor Delitzsch  in der Formation Meyerhofer, Bohnhage, Weise, Lohse, Haupt und Rauchaus die DDR- Mannschaftsmeisterschaft. 1953 wiederholte dieses Kunststück die Mädchenmannschaft aus Delitzsch bestehend aus Ballhorn, Krutzger, Schmidt, Raabe, Freyberg und Habermann. Betreut und ausgebildet werden dies Teams von Walter Kriegel.
Der gebürtige Delitzscher Karl Heinz Sturm (†) in seinem Metier, später wird er Präsident des Tennisverbandes DDR! 
Inge Fiebig (†) bei der Siegerehrung DDR- Meisterschaften 1955! Nach ihrer aktiven Zeit wird die Sportleherin an der Friedensschule auch Trainerin bei der BSG Lokomotive Delitzsch. 

 

1958 tritt ein neues Führungsduo das Erbe Helmut Enkes als Sektionsleiter an! Walter Zimmer als 1. Vorsitzender und Ewald Schmidt als technischer Leiter werden in den nächsten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes so einiges bewegen! Das umtriebige Duo verpasst mit Hilfe der Mitglieder der Anlage am Delitzscher Wallgraben ein verändertes Erscheinungsbild!

Walter Zimmer (†) Vorsitzender der Tennisabteilung von 1958-1965!


Älteste Bericht von einer Mitgliederversammlung von 1959!

So entstand auch dank der Unterstützung des Reichsbahnausbesserungswerk Delitzsch der erste feste Anbau welcher heute noch als Bierkeller genutzt wird. Ein Holzpavillion mit offener Duschzelle samt 200 Liter Wasserfass sorgte dafür das erstmals wenn auch recht spartanisch auf der Anlage geduscht werden konnte. Anfang des Jahrzehnts entstand auch erste Trainingsmauer auf dem Vereins Gelände. Von 1953-1955 wurde Dank tatkräftiger finanzieller Hilfe durch den Delitzscher Fleischermeister Krutzger in zwei Stufen die heutigen Umkleiden der Damen und Herren zugebaut. 1956 begannen die Mitglieder den vorderen Raum des heutigen Vereinsheims auf die Umkleiden zu setzen. Zeitgleich entstand auch die Freiterrasse. Alles nimmt in weiten Teilen die heutigen Formen an. Für das ausklingende Jahrzehnt lassen sich auch erstmals Mitgliederzahl genauer recherchieren. So hatte 1959 die Tennissektion vom Wallgraben bereits sechzig Mitglieder und fünf Mannschaften nehmen an den Punktspiele des Tennisverbandes der DDR teil.

Älteste im Vereinsarchiv vorhandene Mitgliederstatistik von 1959!

1960-1975 Delitzscher Hingucker mit internationalem Flair  Die Tennisabteilung der BSG blüht auf, sorgt sportlich für Furore und gewinnt auch äußerlich weiter an Format. Aber auch vereinsrechtliche Umstrukturierungen stehen an. Die Tennisanlage wird in den Jahren 1962 und 63′ von der PGH (Produktionsgenossenschaft des Handwerks) Aufbau Delitzsch mit einer Umzäunung versehen. Von 1963-1965 entstehen nacheinander der hintere Raum des Vereinsheims das somit abgerundet wird, sowie die allseits beliebte Ballwand auf Platz 6. Schmuckstück und immer en vogue Vereinsheim von 1965!         1968 erfolgt der Einbau der ersten Zentralheizung. Auch Duschen kann Frau und Mann ab 1968 in den Umkleiden. Alles entsteht zu großen Teilen auf Eigeninitiative der Sektionsmitglieder.  So leisten sie z. B. im Zeitraum 1958-63′ 12455 unentgeltliche NAW (Nationales Aufbau Werk) – Stunden! Tatkräftige finanzielle und materielle Unterstützung erhalten die Tennisspieler vom Trägerbetrieb des Hauptvereins dem Reichsbahnausbesserungswerk Delitzsch. Seit 1964 hat die Abteilung Tennis mit der BSG Lokomotive Delitzsch eben diesen neuen Hauptverein!

Ab 1964 unter neuer Flagge!

In den vielen Jahren des Aufbaus ist die Abteilung den Sportfreunden Waldemar Cyron und Heinrich Wesarg (Werkdirektor des Raw Delitzsch) zu besonderem Dank verpflichtet! Die Sechziger Jahre verändern auch das Leben zwei besonderer Frauen. Eva Parre (Mitglied seit 1948) und Irmgard Reimann (Jahrgang 1926) rücken in den Vorstand auf. Evchen wie sie viele über die Jahre liebevoll nennen bringt nicht nur ihre ganze Familie mit zum Tennis, sondern ist dem Vorstand mehr 35 Jahre lang treu. Bis zu ihrem Tod war der Tennisverein mehr als ein zweites Zuhause.

Allzeit eine gute Seele Eva Parre (†)! 

 

Durch Irmgards Hände gehen in den nächsten 34 Jahren neben den Finanzen auch alle schriftlichen Aufzeichnungen zur Vorstandsarbeit. Mindestens genau so wichtig ist aber auch ihr geübter Blick als Tennistrainerin. Viele erfolgreiche Delitzscher Tennistalente profitieren von Irmgard Ratschlägen. Bis zu ihrer „Tennisrente“  mehr als vierzig Jahre später ist sie oft Ersatzmutti und Trösterin in Personalunion.

Irmgard Reimann über Jahrzehnte ein Ass für den Verein!

1966 rückt der bisherige technische Leiter Ewald Schmidt an die erste Stelle der Tennisabteilung. Als Sektionsleiter wird er die prägendste Figur der Delitzscher Tennis Geschichte! Bereits seit 1958 in der Abteilungsleitung tätig wird er das höchste Amt bis 1987 inne haben. Da passt es nahezu perfekt ins Bild das er der Schwiegersohn des Vereinsmitbegründers Edgar Schwerin ist.

Ewald Schmidt (†, rechts) der Vater der Erfolgsgeschichte! 

Das auf sportlicher Ebene Trainingsfleiß, Leidenschaft und Ausdauer irgendwann belohnt werden zeigen 1967 die.               1. Herren  der BSG Traktor Delitzsch. Aus den auch schon zuvor erfolgreichen Jungs sind mittlerweile Männer geworden die als Mannschaft in die zweithöchste Spielklasse aufsteigen. Im Jahr darauf gelingt den Herren fast die Sensation als sie die Liga gewinnen und nur knapp in den Aufstiegspielen zur höchsten DDR-Spielklasse scheitern! Bemerkenswerte 11 Jahre verbleiben die Delitzscher in der DDR- Liga! Unvergessen die 1967 Herren (v. l. Manfred Hörig, Helmut Pasternak, Gerd Meyerhofer, Karl Heinz Rast, Harry Pasternak, Klaus Rast)                                                                                                        1971 hat die Tennisabteilung der BSG Lokomotive bereits 178 Mitglieder und sechs Mannschaften im Punktspiel Betrieb.  1972 wird der Tennisabteilung vom Wallgraben erstmals die Austragung der DDR- Pioniermeisterschaften übertragen. Diese Bewährungsprobe bestehen die Organisatoren mit Bravour, sodass sie ein Jahr später erneut als Ausrichter bestimmt werden.

Seid bereit, immer bereit! DDR- Pioniermeisterschaften in Delitzsch

 

Ebenfalls im Jahr 1972 steigen die Delitzscher Spieler in die Lok-Turnierserie ein, in der fortan alljährlich der und die beste Tennisspieler/-in aller Lokomotive-Betriebssportgemeinschaften ermittelt wird. Im Vergleich zum Vorjahr hat man einen nochmaligen Zugewinn auf 225 Mitglieder zu verzeichnen. 1973 schafft es der Delitzscher Tennisabteilung als Ausrichter des prestigeträchtigen U21- Länderkampfes DDR gegen Rumänien auf die internationale Tennisbühne. Der DDR- Vertretung gelingt bei den Herren ein unerwarteter Erfolg. Dabei schwingt der später vielfache  DDR- Tennismeister Thomas Emmerich das Racket auf dem Centercourt!

Ergebnisprotokoll Länderkampf 1973

 

Inspiriert von den Großen zeigt sich nur wenig später ein junger Delitzscher Namens Klaus Pluhm. Er wird 1973 beim Heimspiel vor einer tollen Kulisse DDR-Kindermeister.

Finale vor ausverkauften Haus (Finalsieg gegen Thomas Bäßler (Dresden))


Am Ziel der Träume Klaus Pluhm ist DDR-Kindermeister!

Trainiert und geformt wird Klaus Pluhm von Inge Fiebig. Beim Turnier 1973 gewinnt der junge Delitzscher, der erst 1968 mit dem Tennis begonnen, hat auch die Mixedkonkurrenz! Ebenfalls 73′ spielt er für die DDR beim Galea-Cup (europäischer Davis–Cup) gegen die CSSR in Prag. Im Jahr darauf wird DDR- Jugendmeister im Doppel und in den               A- Jugendkader der DDR berufen! Ab 1974 knüpfen die Delitzscher sportliche Bande mit dem TK Spartak Zebrak (Tschechien). Es ist der Beginn einer gut vierzigjährigen Vereinsfreundschaft!

In unzähligen Freundschaftsvergleichen entstehen langlebige Freundschaften, unvergessene Tennismomente und Stories für das Tennispoesiealbum.Und sei das Alles nicht Herausforderung genug, finden sich die Delitzscher Tennisspieler, der TV Zinnowitz und der TC Rotation Friedrichsfelde (Berlin) zum Dreistädteturnier zusammen. So kommen die Delitzscher im jährlichen Wechsel in den Genuss eines Tenniswochenendes an der Ostsee oder in der Hauptstadt. Diese Turnierform geht mittlerweile wenn auch in leicht veränderter Form in die fast fünfzigste Auflage. Das sich Tennis in Delitzsch mehr als nur etabliert hat zeigt das 1973 mit 215 Mitgliedern ein neues Hoch erreicht ist!  Und 1975 gibt es noch einmal sportlich Grund zum jubeln als die      1. Herren BSG Lokomotive Bezirksmeister wird!                      1976-1993 Die Abteilung wird größer bis die Zeitenwende anklopft!                                                                                                                In Delitzsch geht es weiter voran. In Eigenleistung wird der Geräteschuppen errichtet, um den immer größer werdenden Anforderungen die Anlagenpflege und die Unterbringung der dazu gehörigen Technik betreffend gerecht zu werden. Mit steigenden Mitgliederzahlen steigt auch die Zahl der Punktspielmannschaften und damit die Auslastung der Anlage im Trainingsbetrieb. Nach den sportlich erfolgreichen Jahrzehnten zuvor tritt die Tennisabteilung etwas auf der Stelle. Jedoch zeichnet sich schon bald ab das auch immer mehr Jugendliche die Tennisbälle über die Netze fliegen lassen wollen.  1981 feiert der Tennissport in Delitzsch seinen sechzigsten Geburtstag mit einem großen Jubiläumsturnier.

Noch lange nicht in Rente!

Zur Wahlversammlung 1987 gibt der bisherige Sektionsleiter Ewald Schmidt sein Amt an Wolfgang Walter weiter. Wolfgang Walter wird die Tennisabteilung in den folgenden sechs Jahren sicher durch die Zeit der politischen Wende führen. Im August  1988 ist die BSG Lok Delitzsch erstmals Gastgeber eines Einladungsturniers für Lokomotivespieler. Zu Gast sind insgesamt 60 Teilnehmer aus der ganzen DDR! Die Folgejahren  stehen dann schon im Zeichen der sich ereignenden politischen Wende in Deutschland. Mit dem Ende der DDR verbleibt die Tennisabteilung zunächst weiter als Sektion im Gesamtverein BSG Lokomotive Delitzsch der fortan ESV (Eisenbahnersportverein) Delitzsch heißt. Aufbruchstimmung wechselt mit Zukunftsangst. Wie wird es weiter gehen mit dem Delitzscher Tennis? 1990 wird die Abteilung Tennis Mitglied im neu gegründeten Sächsischen Tennisverband (STV) und nimmt seit dem an dem vom Verband organisierten Punktspielbetrieb teil. 1991 findet anläßlich des gemeinsamen Jubiläums 825 Jahre Delitzsch und 70 Jahre Tennis in der Kreisstadt das erste große Tennisturnier im geeinten Deutschland statt. Zu Gast sind Spieler aus den Partnerstädten Monheim, Friedrichshafen sowie vom Freundschaftsverein aus Zebrak (Tschechien). Turniersieger wird das Delitzscher Urgestein Klaus Pluhm(?).

Schlaglichter 1991, auf in die Zukunft!

1992 wird Ewald Schmidt erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt. Als im selben Jahr die ersten Gerüchte aufkommen das die Stadtverwaltung Delitzsch aufgrund des angespannten finanziellen Haushalts plant verschiedene Sportstätten zu schließen und anschließend anderen Zwecken zu zuführen ist schnelles und durchdachtes Handeln gefragt. Die Gerüchte und Zeichen der Zeit sind wohl die entscheidenden Anstöße für die Vereinsführung um Ewald  Schmidt und Vize Wolfgang Wienhold sich mit dem Austritt der Tennisabteilung aus dem Gesamtverein ESV Delitzsch zu beschäftigen. Als logische Konsequenz steht eine Neugründung als eigenständiger Verein steht im Raum. Für diese gibt es viele gute Gründe wie die ohnehin schon weitestgehend selbstständige erfolgreiche Arbeit in Sachen Mitgliedschaft, Finanzen und Infrastruktur. In den Nachwendejahren ist die Tennisanlage auch zu einem Treffpunkt und Netzwerk vieler junger Unternehmer geworden die häufig helfend zur Seite stehen. In den folgenden Monaten sucht der Vorstand konstruktive Gespräche mit Stadtverwaltung, dem Landratsamt und dem Hauptverein über die Zukunft der Tennisabteilung.

Nägel mit Köpfen!

Letztendlich kann das erarbeitete Konzept die beteiligten Parteien überzeugen. Im Herbst des Jahres einigen sich die Beteiligten die Tennisanlage am jetzigen Standort zu belassen und der Tennisabteilung eine Neugründung als eigenständiger Verein zu ermöglichen!  Eine Satzung die weiten Teilen noch heute ihre Gültigkeit besitzt wird erarbeitet und auf der Gründungsversammlung am 13. November 1992 bestätigt. Mit der Gründungsversammlung wird für den nunmehr als Delitzscher TC 1921 e. V. firmierenden Verein ein neues Kapitel aufgeschlagen. Ab dem 1. Januar 1993 ist der Verein mit seinen 272 Mitgliedern auch  juristisch eigenständig! Ungeachtet der nahezu dramatischen Geschehens abseits der Plätze feiern die Delitzscher Tennisspieler /-innen auch wieder sportliche Erfolge. Dabei zahlt sich die gute Trainingsarbeit mit den immerhin mehr als einhundert Kindern und Jugendlichen gleich mehrfach aus. Die weibliche Jugend AK I (14-18 Jahre) wird 92′ überraschend Sachsenmeister und der Delitzscher TC bekommt als einer von neun Vereinen vom Landesverband (STV) den Status Talentestützpunkt verliehen. Damit kann die Delitzscher  Tennisjugend gezielt vom Verband unterstützt und gefördert werden. Trainernamen die für immer mit den Erfolgen dieser Zeit in Verbindung bleiben werden sind Irmgard Reimann, Klaus Werner, Michael Schmidt und Claus Ohliger!

Mädchen AK I werden zur Freude ihrer Trainerin Irmgard Reimann Sachsenmeister 1992!

Die Spielzeit 1993 wird als erstes Jahr der Eigenständigkeit zur Feuerprobe des frisch geschlüpften Clubs. Inklusive Anlagenkauf, notwendigen baulichen Investitionen (Anlageninstandhaltung, Vereinsheim) sowie abzüglich aller Fördermöglichkeiten wird die durch den Verein aufzubringen finanzielle Belastung auf ca. 300000 DM geschätzt! Ein weiteres Mal stehen die Vereinsmitglieder zusammen und auch die Delitzscher Banken zeigen sich hilfsbereit. Dem Verein wird ein Kredit gewährt, der durch eine zumutbare jährlichen Tilgung über einen langen Zeitraum zu begleichen ist. Hier kommt dem Delitzscher TC die solide finanzielle Basis durch eine hohe Mitgliederzahl und ein stets umsichtig arbeitender Vorstand zu Gute. Mit dem Wind der Gründerzeit unter den Flügeln verzeichnet der Verein im zweiten Halbjahr 93′ mit 327 Mitgliedern den immer noch aktuellen Mitgliederrekord! Auch als eigenständiger Verein ist der Delitzscher TC im lokalen Sportgeschehen Spitze! An vielen Stellen helfen in diesen Jahren Sponsoren wo sie können! Im März des Jahres erscheint die erste Ausgabe der Infoschrift an die Mitglieder. Mittlerweile geht die analoge Vereinzeitung als Spiegel des Vereinslebens ist in die 29. Auflage!

Zum Glück ziehen älter (Völker Löffler)


und jünger beim Delitzscher TC an einem Strang (Jugend AK I)!

Sportlich sorgen 1993 die jungen Ladies die im Vorjahr Landeschampion wurden auch bei den Damen für Aufsehen und werden ungeschlagen Bezirksmeister! Zur Belohnung steigen sie als erstes Delitzscher Tennisteam seit langer Zeit in die Landesliga auf. Einen weiteren Bezirksmeistertitel erspielt sich in diesem wunderbaren Tennissommer die weibliche Jugend AK III (bis 14 Jahre). Überhaupt jagen in dieser Spielzeit rekordverdächtige dreizehn Teams in Delitzscher Farben den Punktspiebällen hinterher. Landesligaaufsteiger 1993 1. Damen (v. l. Sylva Schneider, Kathleen Wolf, Dorit Heßler, Brit Kaufmann, Claus Ohliger (Trainer), knieend v. l. Annett Böhm, Doreen Solik, Daniela Solik) Auch starke Einzelleistungen kennzeichnen dieses Jahr. So kehrten die beiden Delitzscher Tennistalente Andrea Vonhof und Brit Kaufmann mit Turniersiegen heim. Vonhof gewann in ihrer Altersklasse die Bestenermittlung aller sächsischen Talentestützpunkte und Kaufmann den in der Partnerstadt  Friedrichshafen erstmals ausgetragenen Kumatronik- Bodenseecup der AK I (14-18 Jahre).                                                          1994-2000 Sportliche Erfolge halten an, Mitglieder gehen.        1994 klären sich letzte rechtliche Details den Anlagenkauf betreffend. Somit können endlich auch lange geplante Baumaßnahmen im Vereinsheim in Angriff genommen werden. Das Vereinsheim erhält neue Türen und Fenster mit Thermoverglasung. Das Untergeschoss samt Umkleiden wird tiefergelegt. Neue Duschen und Toiletten werden in geforderter Zahl eingebaut. Die Wärmeversorgung wird über eine neue Ölheizung sicher gestellt. Erstmals entschließt sich ein Pächter die Bewirtschaftung des Vereinsheims in Selbstständigkeit zu versuchen. Leider wird die Bewirtschaftung des Vereinsheim auch in der Zukunft keine Erfolgsgeschichte. Nach einigen Pächterwechseln übernimmt der Club 2005 die Geschicke letztendlich wieder selber. Die Zahl der Mitglieder bleibt noch konstant hoch. Immer noch schwingen mehr als einhundert Jugendliche in Delitzsch das Racket.

Kids des Talentestützpunkt Delitzsch (hinten v. l. n. r. Maria Pluhm, René Meerbach, Enrico Köckeritz, knieend Christoph Schmidt, Andrea Vonhof)

Unter den vierzehn Punktspielmannschaften liegt das Hauptaugenmerk auf dem Abschneiden der 1. Damen.                  Als Aufsteiger müssen die jungen Ladies nach der ersten Landesligasaison gleich wieder absteigen. Zum Jahresende hat der Verein einen leichten Schwund an Mitgliedern zu verzeichnen. Dennoch liegen die Zahlen mit 285 Clubmitglieder im gesunden Bereich. Um diesem Trend entgegen zu wirken veranstaltet der Delitzscher TC zunehmend mehr Schleifchenturniere mit denen gezielt Nichtmitglieder  geworben werden sollen. Das mittlerweile traditionelle Pfingstschleifchenturnier wird somit immer beliebter. Das fünfzehn Punktspielmannschaften insgesamt 96 Matches bestreiten stellt 1995 einen neuen Vereinsrekord dar. Mit Gordon Seidel trägt sich nach Brit Kaufmann ein weiterer Delitzscher Tennisyoungster in die Siegerliste des Kumtronik- Bodenseecups ein. Das Highlight des Jahres 96 ist der fünfundsiebzigste Geburtstag des Clubs. Die Planungen der Festwoche im August bestimmen über einen Großteil des Jahres die Vorstandsarbeit. Im Vorstand sitzt nun schon geraume Zeit mit Herrn Hans- Peter Wittwer ein neuer Vizepräsident. Als ihn sein beruflicher Werdegang 1993 aus den alten Bundesländer nach Delitzsch verschlägt scheint es Schicksal zu sein das er die Geschehnisse des Clubs über mehr als ein Jahrzehnt mitbestimmen wird! 

Hans- Peter Wittwer bekommt Delitzscher Wurzeln!

Zum Vereinsgeburtstag wird es zum ersten Mal eine aufwendige Festschrift erstellt mit der viele Mitglieder die Historie ihres Vereins genauer kennenlernen. Verantwortlich hierfür zeichnete das langjährige Ehrenmitglied Prof. Dr. Alfred Schirmer!

Lesenswert!

Als es dann soweit ist hat der Verein Volltreffer gelandet! Zum Programm einer ganzen Festwoche gehören ein Schleifchenturnier für die Jugend, Schnuppertennis für jedermann, Hüpfburg für die ganz Kleinen, Tennisturniere für Damen und Herren sowie eine große Festgala im Delitzscher Kultur-und Sportzentrum. Zu den Tennisturnieren kamen Sportler/ – innen aus vielen Vereinen die den Delitzscher Tennisclub in seiner Entwicklung begleitet haben.

Geburtstagsgäste (zweite von rechts Irmgard Reimann, links daneben Ewald Schmidt)

Sieger der Wettkämpfe werden dann auch verdientermaßen zwei Delitzscher Sportler. Doreen Solik und Klaus Pluhm krönten die sonnenreichen Tage aus Sicht der Delitzscher!

Doreen Solik


Klaus Pluhm

In der zuvor gelaufenen Punktspielsaison waren rekordträchtige sechzehn Teams in einhundertsieben Matches aktiv. Von den immer stärker aufkommenden Youngstern profitierte weiter die 1. Damen des Clubs. Mit sechs Siegen wurden die Frauen Bezirksmeister und Aufsteiger in die Verbandsliga. Auch eine Bezirksmeisterin kommt 96′ vom Wallgraben. Maria Pluhm tritt mit dem Titel in der AK IV (bis 12 Jahre) in die Fußstapfen ihres Vaters Klaus. So bot das fünfundsiebzigste Jahr der Vereinsgeschichte mit seinem Höhepunkt nochmal eine gute Chance das Innenleben des Clubs zu festigen und sein Ansehen in Delitzsch zu steigern. Diese Chance nutzte der Verein in bravoröuser Manier!         1997 wird der seit Jahren langsam aber stetig voran schreitende Mitgliederschwund deutlicher.  Zur Bestandsmeldung am Ende der Saison sind nur noch 226 Personen Mitglied im Delitzscher Tennisclub! Davon sind noch 81 unter 18 Jahre alt. Die wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland ist Abschwung begriffen damit einhergehend ist ein hoher Arbeitslosenanteil und Wegzug aus der Region. Dies geht auch nicht spurlos am Delitzscher TC vorbei. Der Vorstand schließt erstmals langjährige Beitragsschuldner aus und bringt somit die Mitgliederstatistik auf einen realen Stand. Auf den Tennisplätzen halten weiterhin die Damen und die Youngster das Fähnchen oben. Der 1. Damen gelingt in der Verbandsliga der Klassenerhalt. Das weibliche AK III (bis 14 Jahre) Team wird Bezirksmeister.  Die Vereinsmitglieder können darüber hinaus zwei weitere Bezirksmeistertitel feiern. Andrea Vonhof holt sich ihre erste Meisterschaft in der AK III (bis 14 Jahre) und Maria Pluhm verteidigt in Leipzig ihren Titel in der AK IV (bis 12 Jahre).

Maria Pluhm Titelsammlerin für Delitzsch!

Im folgenden Winter 97/98 führt der Sächsische Tennisverband die Winterpunktspielrunde ein an der zunächst nur eine Delitzscher Seniorenmannschaft teilnimmt. Die Punktspielrunde unterm Hallendach wird in Zukunft dazu führen auch in hiesigen Gefilden Tennis als Ganzjahressportart zu erleben. Gerade im Winter auch ein Fortschritt für die Delitzscher. Das Wort Spitze prangt auch ganz groß auf dem Saisonfazit 98′. Der Delitzscher TC spielt das sportlich erfolgreichste Jahr seit der Neugründung. Erneut sind sechzehn Mannschaften in die Sommerpunktspiele gestartet. Davon gewinnen sechs Teams ihre jeweilige Spielklasse und steigen auf. Landesmeisterehren erspielt sich die weibliche Jugend AK III (bis 14 Jahre)! In der AK II (bis 16 Jahre) sind es erneut die Mädchen die den Bezirksmeistertitel an den Lober entführen.

98′ ist der Delitzscher TC nicht zu stoppen (Andreas Ulrich)!

Auch als Turniergastgeber war Delitzsch wieder einmal gefragt. Bei leider schlechten Wetter fand am Wallgraben die Landesmeisterschaft der AK IV (bis 12 Jahre) statt. Die Sportfreunde Eva Parre und Klaus Werner sorgten als          Turnierleitung für einen reibungslosen Ablauf.

Spieglein, Spieglein an der Wand Wer wird Landesmeister?

Den würdigen Abschluss bildet der Freundschaftsvergleich mit den Tennisfreunden TK Spartak Zebrak. Hier gelingt der Delitzscher Vertretung vor heimischer Kulisse nach 18 Jahren mal wieder ein Sieg.

Durststrecke beendet der Delitzscher TC gewinnt den  Freundschaftsvergleich (rechts Petra Keller)!

Ein kleiner Wermutstropfen waren die weiter sinkenden Mitgliederzahlen. Trotz aller Erfolge und Bemühungen seitens des Clubs nähert sich die überlebenswichtige Nummer in diesem Jahr bedenklich der Zweihundertergrenze. Im Winter 98’/99′ holen die Jungsenioren den Premierentitel für den Delitzscher TC unterm Hallendach. Die folgende erfolgreiche Jungseniorendekade die vor allem mit dem Namen Jürgen Teutsch verbunden sein wirft hier ihre Schatten voraus!

Unterm Dach ganz stark die DTC-Jungsenioren (v. l. n. r. Klaus Pluhm, Helmut Pasternak, Jürgen Teutsch, Falk Hoffmann)!
Im Freien holen die erfolgsverwöhnten Ladies der 1. Damen zu ihrem letzten großen Coup aus und werden 99′ Meisterinnen der Verbandsliga. Kathleen Wolf, Daniela Solik, Sylva Schneider, Doreen Solik, Dorit Heßler, Annett Göppert, Doreen Glöckner und Maria Pluhm feiern den bis heute im Aktivenbereich unerreichten Aufstieg in die Landesoberliga!
Eine Klasse für sich die 1. Damen des Delitzscher TC 1999! (v. l. n. r. Maria Pluhm, Sylva Schneider, Dorit Heßler, Annett Göppert, Daniela Solik, Kathleen Wolf, Doreen Solik)


Kathleen Wolf (Pos. 1) mit viel Willen bei der Rückhand!

 

Der DTC- Achter erfährt weitere Anerkennung als er bei der Sportlerwahl zur Mannschaft des Jahres im Kreis Delitzsch auf dem 2. Platz landet. Die Spielerin Maria Pluhm macht nicht in der Mannschaft von sich reden, sondern überzeugt mit ihrem dritten Bezirksmeistertitel. Diesmal siegt die Delitzscherin in der AK III (bis 14 Jahre). Bei der folgenden Landesmeisterschaft wird sie erst im Finale gestoppt. Zum  zweiten Mal in Folge ist der Delitzscher Tennisclub Gastgeber der AK IV (bis 12 Jahre) Landesmeisterschaften. Dadurch bleibt der Status des Talentestützpunktes im Jahr 99′ noch erhalten.  Mitte des Jahres werden mit Annett Lange und Alexander Bernhardt zwei tragende Säulen des neuen Delitzscher        Tennisjahrtausends in den Vorstand kooperiert. Sie lösen die beiden Vereinslegenden Eva Parre und Irmgard Riemann ab. Ewald Schmidt wird für seine fast vierzigjährige Ehrenamtstätigkeit als 1. Vorsitzender mit der Ehrennadel des Landessportbundes in Gold ausgezeichnet! Bei allem Positiven drücken auch Sorgen das Vereinsgeschehen. So sind die Mitgliederzahlen auf einem kaum noch verkraftbaren Tiefpunkt angekommen. Zum Millennium sind nur noch 214 Mitglieder im Delitzscher Tennisclub aktiv!                        Impressionen aus den Neunzigern

Der Centercourt kann von so manchem Drama erzählen!


Schläger-und Modeberatung?


Die Ballwand hat schon so manchen Star von morgen gesehen!

Die Jahrtausendwende beginnt zunächst mit einem außergewöhnlichen Jubiläum. Der wohl mit Abstand älteste DTC- Crack Prof. Dr. Alfred Schirmer wird anläßlich der Mitgliederversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Der langjährige Direktor des Delitzscher Ehrenberg Gymnasiums ist bereits 1928 (!) in den Verein eingetreten und somit wahrhaftig ein Zeitzeuge. 2000 vertreten erstmals siebzehn Mannschaften die Farben des Delitzscher TC in der Sommerpunktspielrunde. Die Damen verpassen nicht ganz unerwartet den Klassenerhalt in der Landesoberliga. Aus Teenagern sind Frauen geworden aus Schülerinnen Berufstätige die ihre Herausforderung auch weit weg der Heimat suchen. Das Team hat in den kommenden Jahren mit immer mehr Besetzungsproblemen zu kämpfen. Wie die weiteren Ergebnisse belegen beginnt so auch ein bisschen eine Wachablösung im Club. Die Herrenmannschaften übernehmen von nun an mehr und mehr den Staffelstab. Was bleibt neben den sportlichen Resultaten sind vor allem Erinnerungen an schöne hochklassige Tennistage mit den Ladies! Die drei ersten Plätze der Punktspielbilanz steuern in dieser Spielzeit jeweils männlichen Jugendteams bei. Auch die 1. Herren läßt mit einem 2. Platz in der stark besetzten Bezirksliga aufhorchen. 

Die Jungs spielen sich ins Rampenlicht (Marcus Linde)!

Und wenn er nicht schon längst eins hätte setzt sich 2000 der ewige Präsident Ewald Schmidt mit dem Gewinn des grünen Bandes der Dresdner Bank endgültig ein Denkmal. Das vom Deutschen Sportbund landesweit ausgeschriebene Band wurde für vorbildlicheTalentförderung verliehen und war mit 10000DM dotiert. Die Bewerbungsunterlagen von deutschlandweit nur zwei Tennisvereinen wurden im Juni des Jahres ausgezeichnet.

Großartige Auszeichnung für so soviele Jahre Ehrenamt! (v.l.n.r. Ewald Schmidt, Marcus Meyerhofer, Maria Pluhm, Clemens Heß, Filiallmitarbeiterin)

So passt es nicht ganz ins Bild das ausgerechnet im Jahr 2000 das Prädikat Talentestützpunkt des Sächsischen Tennisverbandes verloren geht. Nach eingehender Analyse und vor dem Hintergrund einer alternden Übungsleiterstruktur wird vom Vorstand ein neues Trainingkonzept erarbeitet. Ziel der neuen Strategie ist es den Besten ein zweites Training in der Woche unter fachlicher Anleitung anzubieten. Als einer der wenigen Vereine aus der Region war der Vorstand des Delitzscher TC stets bemüht ein wöchentliches Training über den normalen Mitgliedsbeitrag sicher zustellen! Dies bleibt bemerkenswerterweise bis in die heutige Zeit so! Im Spätsommer ist der ehemalige Deutsche Davis- Cup Spieler Jürgen Faßbender zu Gast in Delitzsch. Er absolviert mit den besten Jugendlichen ein Probetraining, gibt Tipps und steht danach allen Mitgliedern in einer Fragestunde Rede und Antwort.

Jürgen Faßbender in seinem Element, immer die Augen auf den Ball!

Bereits zur Mitgliederversammlung zu Saisonbeginn wurde das heikle Thema Mitgliederschwund besprochen. Um die Finanzierung des Vereins und vor allem die Kredittilgung des Anlagenkaufs zu sichern war eine Mitgliederzahl von 250 die Berechnungsgrundlage. Diese ist mit 220 Mitglieder im Jahr 2000 weit unterschritten. Zusätzlich drücken steigende Energie- und Materialkosten den Verein. Dies führt schlussendlich zu ersten moderaten Beitragserhöhung in der jüngeren Vereinsgeschichte. Zum Ende des Jahres deuten sich erste namhafte Veränderung im Vorstand an. Ein frischer Wind wird gebraucht!                                                                                                    2001-2010 Ein Großer geht und in schwierigen Zeiten glänzen die Herren!                                                                                                                2001 beginnt zunächst sehr erfolgreich, da die immer stärker besetzten und aufspielenden Herren über 40 Jahre den zweiten Hallenbezirksmeistertitel in Folge erkämpfen. In der Vorbereitung der Saison wird im Vorstand um entscheidende Personalveränderungen gerungen. Mit einem neuen Gesicht und guten Ideen soll es in die nächste Wahlperiode gehen. Auf der Mitgliederversammlung tritt mit Ewald Schmidt der bisherige Grandseigneur des Vereins und der Delitzscher Tennisgeschichte zurück! Er hinterläßt ein Lebenswerk und Fußstapfen die auf Anhieb keiner füllen kann! In mehr als dreißig Jahren Präsidentschaft hat er zusammen mit den vielen Mitstreitern einen vorbildlichen Verein und Aushängeschild der Stadt Delitzsch geformt! Unzählige Stunden, Tage und Jahre im Ehrenamt werden seinen Namen immer mit dem Delitzscher TC verbinden. Unglücklicherweise ging er im Groll, sodass einige Missverständnisse bis zu seinem Tode nicht mehr ausgeräumt werden konnten. Die Delitzscher Tennisspieler werden sein Andenken und seine Verdienste stets bewahren! 

Unser Ewald, irgendwie für immer in den Herzen!

Sein Erbe tritt im Sommer dieses Jahres der bisherige Vizepräsident Hans- Peter Wittwer an. Die im Vorjahr in die Wege geleitete Beitragserhöhung wird auf der Jahreshauptversammlung angenommen. Sportlich gesehen verstärkt sich der Trend zu immer besser auftrumpfenden Herrenteams. Zur Sommerpunktspielrunde in die der Verein immer noch sehr viele Mannschaften schicken kann sind die    1. Damen nochmals ein Erfolgsgarant. Als Absteiger holen sie sich in der Verbandsliga einen starken zweiten Platz. Dank der Initiative des Sportfreundes Jürgen Teutsch ist am Wallgraben eine schlagkräftige Jungseniorenmannschaft entstanden. Sie werden in den Folgejahren einen kometenhaften Aufstieg erleben. Im Jahr 2001 gewinnt das Team unangefochten den Bezirksmeistertitel.

Bezirksmeister ehren und dennoch erst der Anfang!

Den gleichen Erfolg erspielen sich die 1. Herren über 30 Jahre. Beide Mannschaften müssen zum Saisonfinale in die Aufstiegsrunde. Hier holen sich die Vierziger gegen den Dresdner und Chemnitzer Bezirksmeister souverän den Aufstieg! Die Herren 30 scheitern leider an dieser Hürde. Doch wie gewonnen so zeronnen steigt die 1. Herren des Delitzscher TC als Vorjahreszweiter aus der Bezirksliga ab. Bei den Kids erringt die neue Generation der AK IV (bis 12 Jahre) Mixed Meisterschaftsehren im Bezirk!

Klein mit ganz großem Racket die AK IV (Franziska Brattkus)

Nach einigen Gesprächen steigt in der Saison 2001 die Tennisschule Topspin als Partner für das im Vorjahr neu erdachte Trainungskonzept ein. Sie gewährleistet das die besten DTC- Kids zweimal wöchentlich unter fachlicher Anleitung trainieren können. Da die Jugendarbeit nach wie vor eine Herzensangelegenheit des Vereins ist übernimmt er einen großen Teil der zusätzlichen Kosten! Im August jährt sich die Gründung des Delitzscher TC zum achtzigsten Mal! Gefeiert wird mit dem Dreistädteturnier auf den heimischen Courts. Anläßlich der Feierlichkeiten erhält Vereinslegende Irmgard Reimann die Ehrennadel des Landessportbundes in Gold! Abseits des sportlichen Geschehens laufen Planungen zur Installation einer Beregnungsanlage und zum Bau eines Brunnens um die Bespielbarkeit der Plätze über die gesamte Saison zu verbessern. Vorläufig gelingt es den Clubverantwortlichen den Abwärtstrend der Mitgliederzahlen zu stoppen. Im Jahr 2002  starten die mittlerweile dreifachen Hallenbezirksmeister der 1. Herren über 40 Jahre in der Oberliga. Die Matches der Oldies werden in diesem Sommer zu gut besuchten Highlights, schwingt doch der stille Liebling des Vereins Klaus Pluhm in diesem Team den Schläger. Den Herren gelingt dann auch ein beeindruckender Durchmarsch zur Landesmeisterschaft. Genau zehn Jahre nach der Sachsenmeisterschaft der AK I Mädchen ist dies der zweite Landestitel für den Delitzscher TC! Dieser Triumph bedeutet so ganz nebenbei das im folgenden Jahr Regionalligatennis in Delitzsch gespielt wird!

Erst in der Halle eine Macht und dann……..


……. auch im Freien nicht zu bremsen! Landesmeister 2002 Herren 40 Delitzscher TC (links vom Netz stehend v. l. n. r. Helmut Pasternak, Falk Hoffmann, Jens Baumann, Andreas Ulrich, Klaus Pluhm, Wolfgang Minkwitz, knieend v. l. Peter Weber, Jürgen Teutsch, Uwe Schröder)

Ansonsten steht das weitere Jahr auch im Zeichen der Mitgliedergewinnung. Beim den Schleifchenturnieren verzeichneten die Organisatoren Rekordteilnehmerzahlen.

Pfingstschleifchenturnierteilnehmer warten auf den Startschuss!

Von den sportlichen Erfolgen profitieren auch die Delitzscher Youngster. So wird aus Sponsorenpool der Herren 40 die Vereinsjugend neu eingekleidet!

Klassenfoto im Einheitslook (hintere Reihe v. l. n. r. Kati Bartkowiak, Caroline Kohn, Maria Pluhm, Stefanie Ihbe, Manuel Minkwitz, Michael Nareike, René Meerbach, Christoph Schmidt, vordere Reihe v. l. n. r. Franziska Brattkus, Claudia Parre, Katrin Preußer, Hans Pluhm,?, Alexander Zechel, Marcus Linde)


Die Tennisschule organisiert Delitzscher Ballkids zum Leipziger Grand Prix Turnier!          (v. l. Caroline Kohn, Claudia Parre, Thomas Rische (Tennisschule Topspin), Franziska Brattkus, Marcus Linde)

Schon vor Saisonbeginn zeigen viele Mitglieder das sie nicht nur zusammen Tennis spielen, sondern auch gemeinsam anpacken können. Bei Wind und Wetter wird in Eigenleistung eine neue Beregnungsanlage samt Brunnen installiert! Sie ist heute noch in Betrieb und in den immer trockener werdenden Sommern Gold wert! Ein weiterer Pluspunkt ist zum Jahresende die leicht angestiegene Mitgliederzahl.  Der Jahrgang 2003 war einer in dem vor allem die Jugend so richtig Gas gibt. Zwei Bezirksmeisterschaften holen die Delitzscher Youngster. Franziska Brattkus wird Championesse in der U12 und Hans Pluhm folgt seiner Schwester Maria mit dem Bezirksmeister Titel der U14! 

Alles in den Schlag legend Hans Pluhm!

Dazu halten in der Punktspielrunde das Regionalligateam der Herren 40 ebenso die Klasse wie 1. Damen in der Verbandsliga! Am Ende des Tages ist aber im Damenteam der Aderlass mittlerweile so groß das sich die Mannschaft dazu entschließt trotz des Klassenerhaltes im nächsten Jahr Bezirksliga zu spielen. Mit dem zweiten Bezirksmeistertitel in drei Jahren können auch die Jungsenioren der Herren über 30 Jahre glänzen. Den 1. Herren gelingt nach zwei Jahren Bezirksklasse in überzeugender Manier die Rückkehr in die Bezirksliga.

Die 1. Herren sind wieder da! Norman Klug seit der Kindheit im DTC!

Im August steigt zur Unterstützung der Olympiabewerbung Leipzig 2012 ein großes Kidsevent auf der Tennisanlage. Organisiert wurden  Kinderschleifchenturnier, Hüpfburg oder Ponyreiten vom Sportfreund Jürgen Teutsch! Solche Highlights und auch die neue Trainingsgestaltung in Kooperation mit der Tennisschule führen zum Anstieg der Mitgliederzahlen im Jugendbereich. Dafür wird die Lage bei den Erwachsenen immer angespannter. Zum Jahresende rutscht die Gesamtzahl der Mitglieder erstmal unter die Zweihundert! Das Jahr 2004 beginnt mit einem erfreulichen Anlaß. Das Mitglied Eva Parre bekommt für ihre Verdienste um das Ehrenamt die Ehrennadel in Gold des Landessportbundes. Eva Parre ist zu diesem Zeitpunkt sechundfünfzig Jahre Vereinsmitglied! Zu den Punktspiele treten fünfzehn Mannschaften an. In diesem Sommer geht neigt sich Aufstieg der Herren 40 dem Ende entgegen. Innerhalb der Mannschaft stimmt die Chemie nicht mehr, sodass die Oldies oft ersatzgeschwächt antreten müssen. Am Ende steht der Abstieg aus der Regionalliga und der Abschied einiger Leistungsträger. Für das in dieser Saison eher bescheidene Abschneiden der DTC- Teams spricht ein     4. Platz als Topresultat.

So eine Saison muss auch mal sein! Die Herren 55 können die Bilanz auch nicht retten.    (Hannes Naujocks)

Um wieder neue Mitglieder zu rekrutieren schafft der Verein die teilweise recht hohen Aufnahmegebühren ab. Sie wirken in Zeiten des Mitgliederverlusts irgendwie aus der Zeit gefallen.

DTC-Schleifchenturniere sind immer ein fester Termin im Kalender (Annette Passin beim Volley) !

Das Jahr 2005 wird zum Novum in der nun mehr vierundachtzigjährigen Vereinsgeschichte. Erstmals wird eine Frau an die Spitzeposition des Clubs gewählt. Nach zwei Amtsperioden übergibt Hans-Peter Wittwer den Staffelstab an Annett Lange! Für sie wird es das Erste von insgesamt dreizehn Jahren als Präsidentin. Annett Lange übernimmt gerade zu Beginn ihrer Ära in schwierigen Zeiten Verantwortung im Club! 

Die erste Frau die den Vereinsvorsitz übernimmt Annett Lange!

Auf der Wahlversammlung beschließt die Mitgliedschaft eine weitere moderate Beitragserhöhung um die laufenden Kosten bei weniger Mitgliedern zu decken. Immerhin ist zu diesem Zeitpunkt mehr als die Hälfte des Kredits für den Anlagenkauf bereits getilgt! Die Sommerpunktspielrunde 2005 verläuft erneut enttäuschend. Das einzige sportliche Spitzenresultat des Jahres stammt noch aus dem Winter. Die Jungseniorinnen über 30 Jahre holen sich die Bezirksmeisterschaft unterm Hallendach!

Sie retten die Show 2005! 1. Damen 30 des Delitzscher TC (hinten v. l. Annett Lange, Eva Parre, Silvana Hildebrand, vorne v. l. n. r. Sieglinde Bierhalter, Ingrid W. – Kochs)

Dafür organisiert der Verein im Juli einen Kids-Day im XXL-Format. Dazu wurden örtliche Grundschulklasse zum Kleinfeldtennisschnuppertag und zum Low- T- Ball Turnier eingeladen.

Kleinfeld und Athletik am Delitzscher YOZ!

Zum ersten Mal lobt der Verein den Titel des Doppelmeisters aus. Im Finale der ersten Auflage stoppen die Altmeister Helmut Pasternak und Uli Thiermann den Traumlauf der Kombination Hans-Peter Witwer und Alexander Bernhardt. In den bis dato fünfzehn Doppelturnieren entwickelt sich diese Trophäe zur prestigeträchtigsten des Turnierkalenders.

Platzbaumeister und erster Doppelturniersieger Helmut Pasternak!

Im Herbst des Jahres stellt der Sächsische Tennisverband die Mitglieder-und Mannschaftsmeldungen auf den Onlinemodus um. Von nun an geht vieles was bisher analog und mit viel  Papier verbunden war wesentlich schneller. Allen Anstrengungen zum Trotz verlassen erneut etliche Delitzscher den Verein. Mit gut 170 Mitgliedern hat sich der Verein im Vergleich zu Spitzenzeiten fast halbiert! Doch aufgeben war nicht, auf ein Neues in 2006. Im Jahr des Sommermärchens rückte zunächst Irmgard Reimann noch einmal ins Rampenlicht. Zum achtzigsten Geburtstag und zur vierzigjährigen Mitgliedschaft erhielt sie die Ehrenplakette in Gold des Landessportbundes!

Als Trainerin ein Vorbild……..

erfährt Irmgard Reimann für ihre Lebensleistung eine  goldene Würdigung (links Präsident Hans Peter Kochs) !

Mit Herbert Swoboda wurde eine weitere stille und fleißig helfende Hand des Vereins für fünfzig Jahre Clubmitgliedschaft geehrt!

Zu Recht Ehrenmitglied, einer den man immer fragen kann Herbert Swoboda!

Ab Mai schlägt dann die große Stunde der 1. Herren die sich in der Formation Marcus Denef, Alexander Bernhardt, Marcus Meyerhofer, Oliver Krutzger, Norman Klug, Marcus Linde und Hans Pluhm völlig überraschend die erste Bezirksmeisterschaft für den Delitzscher TC seit 1975 sichert. In den folgenden Aufstiegsspielen zur Verbandsliga gelingt sogar ein weiterer Sieg bevor man denkbar knapp dem BSV Sebnitz unterliegt. Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter da er nur mit Delitzscher Eigengewächsen gelungen ist!

Oliver Krutzger seit 1993 den DTC im Herzen und 2006 Herrenbezirksmeister!

Mit den Bezirksmeisterschaften der U12 finden 2006 für längere Zeit das letzte große Turnier auf den Tennisplätzen am Wallgraben statt. Auch abseits der Plätze beschreitet der Verein neue moderne Wege. Die Homepage des Clubs wird überarbeitet und erscheint in einem wesentlich besucherfreundlicheren Outfit. Apropos neues Outfit, das erhält dank der Malerfirma Rast auch das Vereinsheim des Clubs. Es strahlt ab dem Sommer in tiefen Rot mit der Sonne um die Wette.  Ein Lächeln zaubern auch die fünfundfünfzig Kinder auf die Gesichter des Vorstands. So machen Kinder und Jugendliche befriedigende 33% der Gesamtmitgliedschaft aus.

Das verflixte erste Jahr!

2007 setzen die aktiven Herren gleich nochmal einen drauf und holen als Titelverteidiger die nächste Bezirksmeister schaft in die Loberstadt. In einer starken Aufstiegsrunde reicht es nicht ganz zum Traum Verbandsliga. Die Herren holen bereits das dritte Jahr in Folge das Maximum aus ihren Möglichkeiten und stehen am Zenit!

Marcus Meyerhofer (oben) und Alexander Bernhardt (unten) zwei aus „goldenen“ Generation der 1. Herren Bezirksmeister 2006 & 2007!