sieben dunkle Jahre überstehen sang einst Karat. Nun, um über sieben Brücken zu gehen muss man schon einen ordentlichen Stadtrundgang durch Delitzsch machen. Zumindest nur drei „dunkle“ Jahre galt es für die 2. Herren des Delitzscher TC (DTC) zu meistern. Ausgerechnet an Christi Himmelfahrt fuhr die Herrenreserve hinauf ins Tennisfirmament und sicherte sich den ersten Sieg seit der Neugründung des Teams vor drei Jahren. Mannschaftskapitän Marcel Wittig war nach dem Erfolg gegen den TC Böhlitz- Ehrenberg sichtlich erleichtert mit seinen Mannen den „Ergebnisfluch“ endlich besiegt zu haben. Dank drei Einzelpunkten führte die DTC- Vier vor dem Doppel mit einem starken 3:1. Matchwinner war die junge ukrainische Nachwuchshoffnung Illia Chubukin der sowohl sein Einzel als auch das Doppel an der Seite von Maurice Stoppe gewann. Überhaupt klappte im Doppel viel von dem, was Stoppe und Chubukin im Training einstudiert haben. Marcel Wittig und Felix Grögor steuerten in der Kreisklassepartie die weiteren Punkte zum 4:2 Endstand bei.

48 Stunden später wollte die erste Herrenmannschaft des DTC in der Bezirksliga in nichts nachstehen. Gegen den HTC Südost Leipzig war der DTC schon ein wenig zum Siegen verdammt, um in Sachen Klassenerhalt nicht gewaltig in die Bredouille zu kommen. Der HTC gehört nicht gerade zu den DTC- Lieblingen, insofern war ein enges Match gegen einen ausgeglichenen Gegner zu erwarten., Zum Glück fanden die Männer endlich zur Form und holten ein vorentscheidendes 4:2 nach den sechs Wettspielen im Einzel. Besonders wichtig war der Sieg von Ramon Roselly, der Christoph Böhm vom HTC im Championstiebreak bezwang. Zuvor hatte bereits Philipp Pigors im Spitzeneinzel den Zug auf das Gleis gesetzt. Pigors, der in der aktuellen Form wohl der beste Einser der Bezirksliga ist, bleibt somit eine echtes Ass im Delitzscher Blatt. Zu diesem gesellten sich mit Mannschaftskapitän Alexander Pitzschke und Philipp Milkner noch zwei weitere Trümpfe. Beide holten ebenfalls souveräne Zweisatzsiege. Doch soweit war man in der Vorsaison auch schon, als man beim HTC Südost ebenfalls 4:2 führte, um anschließend alle drei Doppel abzugeben. Ähnliches schwante dem Beobachter beim Spielverlauf in den Doppelmachtes. Ein bisschen haben die Herren über die Jahre den Grip im Duett verloren. Noch zu oft, hat man das Gefühl im Doppel wird das Einzel weiter gespielt. Ein wenig fehlt die Finesse und das Spielverständnis für das doch etwas andere Anforderungsprofil. Dieses Mal zeigte das DTC- Sextett jedoch Nervenstärke und holte die zwei entscheidenden Matchpunkte jeweils im dritten Satz. Mit dem 6:3 Erfolg ist ein wichtiger Schritt gelungen, der nun vor allem in den kommenden Herausforderungen gegen den TC Wacker Gohlis und den Oschatzer TV vergoldet werden soll. Das Pendant beim weiblichen Geschlecht teilte bisher das gleiche Schicksal. Für die 1. Damen des DTC setzte auch ziemlich deutliche Pleiten. Am Sonnabend stand für die jungen Ladies das erste Auswärtsspiel auf dem Programm. Gastgeber war der bis dato Tabellenzweite der Bezirksklasse, der Tennis- und Ruderclub aus Leipzig. Der DTC- Vierer drohte nur kurz zu kentern und schipperte durch teilweise schwere See zu einem am Ende verdienten Punktgewinn. Das 1:0 für die Loberstädterinnen besorgte im Topeinzel Carina Kubern, die mit ihrem spielerisch soliden und läuferisch starken Auftritt ihre junge technisch gute Kontrahentin in Schach hielt. Ein Auf und Ab aus tollen Schlägen, aber auch immer wieder zu leichten Fehlern zeigte Amelie Knoll. Die fehlende Konstanz kostete sie dann auch den knapp verlaufenden zweiten Satz und damit das Match. Nun galt es für Zoe Przinosch den DTC in die „Verlängerung“ zu bringen. Im Vergleich mit Harriet Berckenhagen spielten beide Damen auf gutem Niveau. Über fast zwei Stunden, zeigten beide bis in den Matchtiebreak mutiges und abwechslungsreiches Tennis. Die Leipzigerin war wie die oft bemühte „Ballwand“ und zwang damit Zoe Przinosch jeden Punkt zwei oder dreimal zu spielen. Nach einigem Daumendrücken war die Delitzscherin die etwas glücklichere aber durchaus verdiente Siegerin, da sie ihr dominantes Spiel auch in den Schlüsselsituationen durchzog.

Mit dem 2:2 Zwischenstand ging es in die Doppel. Das es nun eng werden würde war angesichts der guten Gegnerinnen klar. Die Messestädterinnen schafften mit einem Sieg im zweiten Doppel dann auch schnell die 3:2 Führung, sodass die Zoe Przinosch und Sophie Weikert mit dem Rücken zur Wand standen. Die Gegnerinnen taten das ihrige, indem sie alle im Doppel wichtigen Schläge beherrschten. Auch hier wogte das Geschehen hin und her, wobei die Fortschritte im Netzspiel auf DTC- Seite deutlich zu sehen waren. Nach dem gewonnen ersten Satz, verlor die Delitzscher Kombination vor allem durch einen unkonzentrierten Start Satz zwei. Im Championstiebreak wähnte sich der DTC nach der 5:1 Führung auf der Siegerstraße. Doch die Gastgeberinnen kamen auf 5:4 heran. Dann besann sich das Delitzscher Duo auf das im Training eingeübte und holte sich den Tiebreak mit 10:7. Das 3:3 Unentschieden ist hoffentlich der Auftakt in eine Aufholjagd während der zweiten Saisonhälfte.

Den Mantel des Schweigens hüllt man am liebsten über das Wochenende der Fünfziger. Beide Teams sowohl die Erste als auch die Zweite standen in der Ober- und Bezirksliga auf verlorenem Posten. Gegen den vor allem personell übermächtigen TC Rot Weiß Naunhof waren die Oberligaoldies des DTC hoffnungslos unterlegen. Lediglich im Doppel erspielten Ralf Pasternak und Thomas Edelmann den Ehrenpunkt zum 8:1 Endstand. Am Sonntag gab es aus Sicht der Delitzscher Farben nochmal Grund zur Freude. Die Unterzwölfjährigen des DTC erkämpften sich ihren ersten Tabellenpunkt in der Bezirksliga durch ein 3:3 Unentschieden beim TC Böhlitz- Ehrenberg. Nach den eher erwartbaren Auftaktniederlagen gegen die größeren Leipziger Vereine und dem doch enttäuschenden Heimspiel gegen den TV Machern zuletzt, rehabilitierten sich die Youngster. Zunächst sah es auch in Böhlitz nicht gut aus, nachdem man trotz spielerisch deutlich verbesserten Leistungen mit 0:2 in Rückstand geriet. Doch Robin Höhne und Milena Uhrak stemmten sich gegen die Niederlage. Robin Höhne bog ein schon verloren geglaubtes Match in einem epischen Matchtiebreak um. 1:6, 6:3 und 17:15 war hier das Endresultat. Auch Uhrak siegte nach verlorenem ersten Satz im Tiebreak des Dritten mit 10:8. In den Doppelvergleichen wäre dann fast noch der große Coup gelungen. Leider mussten sich Danilo Kaiser und Anna Vonhof in drei Durchgängen knapp geschlagen geben. Zuvor hat das DTC- Quintett, zudem auch Anna Klein gehörte, schon ein Doppel gewonnen. Nun gilt es die mit viel Trainingsfleiß erworbene und oft vorhandene technische Überlegenheit in weitere wichtigere Erfolgserlebnisse umzuwandeln.
