Damen erfüllen Titelträume mit Leben

Der mit Spannung erwartete Tennissonnabend endete mit dem erhofften Happy End für die Delitzscher Tennisdamen über 40 Jahre. Der guten Ausgangslage vor dem Match gegen den TC Rot Weiß Zwickau wollte im Lager des Delitzscher Tennisclubs niemand so recht trauen. Als ungeschlagener Spitzenreiter gingen die Jungseniorinnen als leichter Favorit in das sonnabendliche Saisonfinale. Da die Ladies aus der Automobilstadt bereits eine Niederlage im Gepäck hatten, waren sie zum Siegen verdammt, um selbst noch nach Platz 1 greifen zu können. Den Gastgeberinnen hätte dagegen selbst eine knappe Niederlage zur Landesmeisterschaft gereicht. Doch irgendwie ist der TC Rot Weiß eine Art Glücksbringer für den DTC. Bereits 2024, als die Delitzscherinnen das erste Mal zur Landeskrone griffen, gelang dies mit einem Sieg im Auswärtsspiel bei den Westsächsinnen. Das ganz nebenbei das Stadtfest allgegenwärtig war, hielt das Delitzscher Sextett nicht auf. Ganz im Gegenteil, der Trubel schien zusätzliche Motivation zu sein. In der ersten Einzelrunde zeigten Monika Zimmmermann und Nancy Heinrich, dass es heute und hier für die Gäste nichts zu holen gibt. Die 2:1 Führung baute Sarah Busse schnell zu einem 3:1 aus. Als nach kurzer Regenpause Mannschaftsführerin Carolin Sommerer den vorentscheidenden vierten Matchpunkt nach Hause servierte war allen klar, dass nur der DTC am Ende den Schläger vorn haben wird. Auf dem Centercourt tobte ein ausgeglichenes Duell zwischen der Delitzscherin Petra Keller und Susan Drescher vom TC Rot Weiß. Das Duell der beiden Einser mündete im Championtiebreak. Im Kampf um die entscheidenden zehn Punkte wirkte Susan Drescher zunächst etwas entschlossener. Die langen Ballwechsel bestimmte sie zumeist, doch zum Ende hin nutzte Petra Keller eine Kombination aus Spielwitz, taktischem Verständnis und Laufvermögen um sich zurück zu spielen. So ging der Championstiebreak in die „Verlängerung“. Beim 13:12 nutze Petra Keller unter dem Jubel der Zuschauer den Matchball zur 5:1 Gesamtentscheidung. Damit kürten sich die Frauen aus der nordsächsischen Tennismetropole bereits zum zweiten Mal zu Meisterinnen Sachsens. Obwohl die anschließenden Doppel nur noch „Ergebniskosmetik“ darstellten holten die Gastgeberinnen noch zwei der drei Wettspiele zum 7:2 Endstand. Der erneute Gewinn der Landesmeisterschaft hat viele Gesichter zu denen auch Ines Annowsky. Mareen Klenke, Annett Lange und Kirsten Zimmermann gehören.

Monika Zimmermann (DTC) fit, dynamisch und mit ihrer im Damenbereich eher seltenen einhändigen Rückhand
Petra Keller (DTC) wird am Ende für eine starke Vorstellung belohnt
Die glorreichen Sieben des Wochenendes ….. „Stößchen!“

Zunächst war man beim DTC noch unschlüssig ob der näheren Zukunft, die hätte nämlich die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Ostliga bedeutet. Eine Zusage hierfür, wäre einher gegangen mit der automatischen Zustimmung im Erfolgsfall auch in die Ostliga aufsteigen zu wollen. In der Vorsaison sammelten die DTC- Ladies mit dem gleichen Kader erste Erfahrungen in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Dabei hielt der DTC durchaus gut mit, musste aber dennoch wieder absteigen. Ohne Verstärkungen in der Breite und Spitze des Kaders würde diese Herausforderung wohl erneut ein „Himmelfahrtskommando“ darstellen. Da die Delitzscher Damen zusammen mit den Verstärkungen aus Leipzig zu einem echten Team gewachsen sind, entschieden sie sich noch am Abend des großen Triumphes auch 2027 in der Oberliga zu verbleiben.

Das „Gurkenteam“ on fire

Die zweite Oberligamannschaft des DTC die Herren über 50 Jahre, sorgte ebenfalls für klare Fronten, allerdings am anderen Ende der Tabelle. Mit dem Abstiegsgespenst im Kofferraum traten die Oldies die Fahrt zum TC Pirna an. Der TC Pirna war in der Tabelle vor dem DTC platziert, umso überraschender der deutliche 8:1 Sieg des DTC- Teams bestehend aus Steffen Reiche, Oliver Krutzger, Sven Petter, Ralf Pasternak, Tino Rattay und Thomas Edelmann. Dadurch überholte man die Gastgeber sogar im Abschlussklassement und sicherte sich ein weiteres Jahr Landesoberliga. Für das jüngste Team des DTC die Unterzwölfjährigen, stand aufgrund der hitzebedingten Verlegungen des Vorwochenendes ein Doppelspieltag an. Am Sonnabend war man beim TC Wacker Gohlis zu Gast. Hier kam das DTC- Quartett gegen die starken Leipziger nicht über eine 0:6 Niederlage hinaus. Am Sonntag gastierte die U12 beim weit entfernten 1. TC Waldheim. Leider hatte man über Nacht einen krankheitsbedingten Ausfall zu verkraften und konnte somit nur zu dritt antreten. Unglücklicherweise, sollte sich diese Personalie als entscheidender Nachteil herausstellen, denn Anna Klein und Robin Höhne vom DTC präsentierten sich in Topform und gewannen ihre Einzel. Wenn man so will, stand es nach den drei Wettspielen im Einzel 2:1 für den DTC. Der reguläre Spielstand lautete jedoch 2:3, da ja nicht nur ein Einzel sondern auch ein Doppel kampflos an den 1. TC Waldheim ging. Das gespielte Doppel ging aus DTC- Sicht leider auch verloren, sodass am Ende ein 2:4 zu Buche stand. In ihrer ersten Saison auf dem richtigen Tennisfeld zeigten die Youngster, das für ihr Alter typische Auf und Ab. Technisch sind tolle Sprünge zu sehen, deren konstante Anwendung unter Wettkampfbedingungen weiter geübt werden muss. Zu loben ist der Trainingsfleiß der allermeisten sowie der Umgang mit Rückschlägen auf dem Tennisfeld. Unbedingt besser werden sollte der Fokus über längere Zeiträume um das im Training Gelernte im Match umsetzen bis es sich automatisiert.

Anna Klein aus U12 Augen auf den Ball vor der beidhändigen Rückhand

Mit den beginnenden Sommerferien tritt am Wallgraben auch eine Punktspielpause ein. Was aber nicht heißt, tote Hose in Sachen Tennis. Bereits am kommenden Sonnabend veranstaltet der Tennisverein das traditionelle Sommerschleifchenturnier. Bis Freitag können sich auch Nichtmitglieder vor Ort oder per E- Mail (delitzscher-tc1921@t-online.de) beim DTC anmelden. Nach den Ferien greift vor allem das Mixedteam des Clubs in der Bezirksliga zu den Schlägern und einige Nachholepartien der anderen Mannschaften stehen ebenfalls an.