Durchmarsch und Jugendüberraschung

Am Sonntag stand eins der Nachholepunktspiele auf dem Terminplan oder sollte man besser sagen auf dem „Fahrplan“. Die Herrenmannschaft über 40 Jahre des Delitzscher TC (DTC) reiste in der Bezirksliga zum Tabellenzweiten nach Döbeln. In der mittelsächsischen Kreisstadt war der gastgebende TC 05 zum Siegen verdammt um unseren Mannen noch Platz 1 streitig zu machen.

Downtown Döbeln Sonntag Nachmittag

War der DTC- Express bis dato noch regional in den unteren Spielklassen unterwegs, so wurde aus ihm nach dem 7:2 Erfolg ein ICE, der 2027 landesweit auf Fahrt geht. Steffen Reiche, Christian Mörschke, Michael Putze, Marco Bothur, Krzystof Cwyl und Stephan Martin setzen bereits im Einzel den „Zug“ auf das Gleis Richtung Landesverbandsliga. Mit einer 4:2 Führung beendete die Delitzscher Sechs fast alle Hoffnungen der Gastgeber. Im Doppel war die Sache dann etwas spannender, doch erfreulicherweise konnten alle drei Wettspiele im Duett siegreich gestaltet werden. So trugen sich alle Spieler mit einem Erfolgserlebnis in das Spielprotokoll ein.

Die glorreichen Sieben (Bäm Bäm Bigelow)

Zwar steht noch eine Partie gegen den TC Böhlitz- Ehrenberg aus, doch die hat nur noch „kosmetischen“ Wert. Dennoch wollen die Jungsenioren als nun feststehender Bezirksmeister auch im Saisonfinale ungeschlagen bleiben. Zur erfolgreichen Mannschaft, die Anfang 2025 mit Christian Mörschke einen neuen Mannschaftskapitän bekommen hat, gehören auch Patrick Wegner und Thomas Haselbach. Nach dem sich Lutz Lange Jahre lang aufopferungsvoll um das Team gekümmert hat, weht nun ein noch stärker leistungsorientierter Wind durch das Team. So wird nicht nur mehr und gezielter trainiert, sondern auch fast immer mit der besten Mannschaft gespielt. Im Prinzip haben sich alle Spieler auch in ihrer Leistungsklasse teilweise deutlich verbessert. Nach Platz 1 in der Bezirksklasse im Vorjahr und der diesjährigen Meisterschaft wird es in der Landesverbandsliga mit weiteren Reisen und sportlich größeren Herausforderungen ungleich schwerer. Für eine Überraschung sorgte Milena Uhrak vom DTC bei den Bezirksmeisterschaften der U12 weiblich in Espenhain bei Leipzig. Die junge Ukrainerin, die seit einigen Jahren sehr fleißig beim DTC trainiert und in der U12 Mannschaft Punktspiele bestreitet, holte sich nach zwei Siegen den dritten Platz.

Siegerfoto der Bezirksmeisterschaften U12 weiblich 2026

Überhaupt zeigen die derzeit vier Youngster aus der Ukraine, die beim DTC den Schläger schwingen, vorbildlichen Einsatz. Beständigkeit im Training wird bei ihnen ganz groß geschrieben und wirkt sich in den entsprechend schnellen spielerischen Fortschritten aus. Besonders beeindruckend sind neben den sportlichen Fortschritten auch die sprachliche Entwicklung der Kids und Jugendlichen.

Berlin mal zwei

Weil es vor Wochenfrist beim Dreistädteturnier so schön war, packte knapp sieben Tage später erneut eine kleine Delitzscher Delegation ihre Koffer um Nordsachsen in Richtung Hauptstadt zu verlassen. Im Stadtbezirk Treptow- Köpenick ist nicht nur Fußballbundesligist Union Berlin beheimatet, sondern auch der Tennisverein ESV Schöneweide Berlin. Mit dem Kürzel ESV ist auch schon ein Stück weit der Grund für die Reise erklärt, steht es doch für den Begriff Eisenbahnersportverein. Der Club war mit seiner Tennisanlage Gastgeber der 53. Auflage des sogenannten Lokturniers. Die Lok als Synonym für die Eisenbahn zierte auch lange Zeit das Wappen unseres Vereins. Zu Zeiten der DDR als Abteilung Tennis in der BSG (Betriebssportgemeinschaft) Lokomotive Delitzsch, die kurz nach der Wende in ESV Delitzsch umbenannt wurde. Als größter ziviler Arbeitgeber der DDR, gab und gibt es mehr als dreißig Jahre später nach wie vor viele Vereine die in dieser Tradition stehen. Vieles von dem was das Lokturnier ausmacht, speist sich vor allem aus genau jenen Zeiten, so ist z. B. für die Teilnahme am Event die Mitgliedschaft in einem ehemaligen oder aktuellen Eisenbahnerverein gern gesehen. Das sich dieses Revival mit wechselnden Gastgebern nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, zeigen die doch immer wieder recht hohen Teilnehmerzahlen. Auch 2026 standen an den drei Turniertagen insgesamt neun Konkurrenzen auf dem Programm. Einen besonderen sportlichen Wert zieht das jährliche Wiedersehen seit geraumer Zeit aus der Wertung als Leistungsklassenturnier. Die Rackets wurden in den Jungsenioren- und Seniorenaltersklassen geschwungen. Bei den Damen über 30 Jahre gewann die Delitzscherin Petra Keller ihre beiden Gruppenspiele deutlich in zwei Sätzen. Im Finale gegen die Siegerin der anderen Gruppe Anne Döbler (TC GW Baumschulenweg (Berlin)) musste sie sich knapp geschlagen geben. Im Mixed Doppel spielte sich Petra Keller mit ihrem Partner Ronny Jentzsch vom TC Sportforum Bernau ins Finale. Dort war allerdings gegen die Kombination Anne Döbler und Kai Blacha (TC Frankfurt Oder) keine Kraut gewachsen. Den größten Coup aus DTC- Sicht landeten Mareen Klenke und Monika Zimmermann. Die beiden Oberligaspielerinnen gewannen als Duett den Doppelwettbewerb der Damen über 30 Jahre ohne Satzverlust. Annett Lange vom DTC und ihre Partnerin Ines Annowsky schafften es in der selben Konkurrenz immerhin bis ins Halbfinale. Bei den Herren über 40 Jahre griffen Lutz Lange und Steffen Quellmalz zum Schläger. Gegen die starken Mitbewerber im Doppel hatten sie jedoch kaum eine Chance. Das Lokturnier kehrt nach 2019 anlässlich seines 54. Geburtstages vom 13.- 15. August 2027 nach Delitzsch zurück .

Lokturnier 2026 Momentaufnahmen aus DTC- Sicht

Während in Berlin um LK- Punkte gerungen wurde, nahm mit dem Ende der Sommerferien der Punktspielbetrieb wieder Fahrt auf. Die noch ausstehenden Partien der Mixedmannschaft sowie einige Nachholer in den anderen Spielklassen stehen bzw. standen an. Vor Wochenfrist unterlag das Mixedquartett des DTC etwas unglücklich beim Leipziger TC Rosenthal mit 2:4. Die beiden Delitzscher Matchpunkte hatte man den starken Einzelauftritten von Sophie Weikert und Ramon Roselly zu verdanken. Am Sonntag rehabilitierte sich das Team mit einem ungefährdeten 5:1 Heimerfolg gegen den TC Markranstädt. Dabei konnten sich alle Spieler:innen mit Punkten im Ergebnisprotokoll verewigen. Carina Kubern, Zoe Przinosch, Ramon Roselly, Maurice Stoppe und Alexander Bernhardt vertraten die DTC- Farben. Die Mixedmannschaft liegt momentan im oberen Mittelfeld der Bezirksliga und peilt in den drei noch ausstehenden Vergleichen eine weitere Verbesserung dieser Position an.

Schnappschüsse vom Mixed

Am Wochenende schnürten einige Mitglieder des Vereins bei „Delitzsch Läuft“ die Laufschuhe. Auf den unterschiedlichen Streckenlängen rund um den Wallgraben vorbei an unseren Tennisplätzen waren hunderte Läufer:innen von Jung bis Alt sportlich aktiv.

Der DTC- Vorstand mittendrin im Geschehen

Hauptstadtwochenende

Was so mancher als sommerlichen Shoppingtrip oder Kulturbesuch gern in Angriff nimmt, nutzen am vergangenen Wochenende einige Delitzscher Tennisspieler:innen zur Teilnahme am traditionellen Dreistädteturnier. Das Event mit jährlich wechselnden Gastgebern, gehört seit einigen Jahrzehnten fest zum Turnierplan des Delitzscher Tennisclubs (DTC). Dieses Mal machte mit dem TC Cottbus ein neuer Verein seine Aufwartung. Die Südbrandenburger reisten zu neunt in die Hauptstadt. Ebenfalls neu war das Format, mit einem am Sonntag stattfindenden Leistungsklassenturnier im Einzel, Doppel und Mixed. Los ging es jedoch am überaus heißen Sonnabend beim TC Rotation Friedrichsfelde im Berliner Bezirk Lichtenberg. Insgesamt vierzig Starter griffen auf den vier Plätzen zum Schläger, aufgeteilt in die Kategorien A- und B- Spieler:innen. Wie bereits erwähnt war der Wettergott auch in Berlin fast zu gut gelaunt und schickte Temperaturen deutlich jenseits der 30 Grad Celsius. Da reichten die vier Doppelvergleiche die jede und jeder zu bestreiten hatte, vollkommen aus um ordentlich ins Schwitzen zu kommen. Bei den etwas geübteren A_ Spielern:innen siegte Miriam Kluttig vom TC Cottbus vor Petra Keller vom Delitzscher TC. In der B- Konkurrenz holte der DTC im wahrsten Sinne des Wortes zum Doppelschlag aus. Die Delitzscherin Annette Passin sicherte sich den Sieg vor dem ebenfalls für die DTC- Farben spielenden Lutz Lange.

Impressionen

Das Geschehen auf den Plätzen organisierte das Berliner Trio Nicole Adam, Ronny Linck und Almir Becarevic bestens. Am Abend wurde auf der Tennisanlage der TSG Oberschöneweide bei Livemusik gefeiert. Dafür hatte einer der Berliner Gastgeber eigens eine Hymne für das Dreistädteturnier komponiert und getextet. Das Gesangstück fand unter der Begeisterung und Stimmgewalt aller seine Uraufführung. Am Sonntagmorgen ging es dann bei abgekühlten Umständen im Leistungsklassenturnier nochmal ernsthafter zur Sache. Auf den am Spreeufer gelegenen Tennisplätzen der TSG Oberschöneweide traten Steffen Quellmalz und Lutz Lange vom DTC als Duett an. Leider konnten beide trotz guter Leistungen gegen die doch deutlich jüngeren Kombinationen kein Erfolgserlebnis feiern. Im nächsten Jahr fungiert dankenswerterweise der Neuling TC Cottbus als Gastgeber. Dann reist die DTC- Delegation spreeaufwärts in die Lausitz.

Tennisherren wieder im Pokalhalbfinale

Am eher ungewöhnlichen Montag, gelang den Herren des Delitzscher TC nach 2024 erneut der Einzug in das Halbfinale des Vereinspokals. In der offenen Version des Cupwettbewerbs des Sächsischen Tennisverbandes hieß der Viertelfinalgegner Universitätssportgemeinschaft Chemnitz. Am heimischen Wallgraben zeigte das DTC- Quartett wieder einmal, dass eine ausgeglichene Mannschaftsleistung ein echtes Pfund ist. Steffen Reiche, Ramon Roselly, Oliver Krutzger und Alexander Pitzschke holten sich zwei der drei zu vergebenden Matchpunkte und siegten somit 2:1. Im Vereinspokal den es erst seit ein paar Jahren gibt, werden zwei Einzel und ein Doppel zeitgleich ausgespielt. Dabei hatte der Vergleich echtes Dramapotenzial, denn relativ schnell stand es nach einem gewonnenen Doppel und einem verlorenem Einzel 1:1. Alexander Pitzschke und Oliver Krutzger zeigten die berühmte Delitzscher Doppelstärke, während Ramon Roselly gegen den spielstarken Janne Hennig (USG Chemnitz) einen unglücklichen Tag erwischte. Auf dem Centercourt hatte derweil Steffen Reiche seinem Gegner im wahrsten Sinne des Wortes den ersten Satz abgerungen. 7:6. In Satz zwei lag der Delitzscher schon Break vor und musste dennoch den 5:5 Ausgleich hinnehmen. Doch als Nervenstärke gefragt war, zeigte er mit seinem soliden Slice und guten Konterschlägen richtig smartes Tennis. Belohnung war nach knapp 2h Spielzeit der Satz- und Matchgewinn. 7:6 und 7:5. Nach dem Heimrecht im Achtel- und Viertelfinale reist der DTC in der Vorschlussrunde Ende August zum Vorjahressieger dem TC Blau Gold Bad Lausick. Bestbesetzung vorausgesetzt, stehen die Chancen auf eine Pokalfinale entweder beim TC RC Sport Leipzig oder beim ESV Dresden nicht schlecht.

Ungewöhnliches Turnierwochenende

Nach dem Volltreffer des letzten Sommers, folgte am vergangenen Wochenende die bereits zweite und dritte Auflage eines Tagesturniers für Leistungsklassenspieler und – spielerinnen in Delitzsch. Erneut sorgte Turnierdirektorin Petra Keller dafür, dass es alles lief wie geschmiert. Zugegeben, geschmiert wurde kein Spieler oder Spielerin und auch keine Brote, dennoch kamen alle Teilnehmer:innen im wahrsten Sinne auf ihre Kost(-en). Unter den insgesamt 16 Teilnehmern befanden sich vier Starter vom gastgebenden Delitzscher TC. Dabei war der Auftakt durchaus eine Herausforderung, denn das Wochenende startete auch in Delitzsch mit einem freitagabendlichen Donnerknall, der die Tennisanlage am Wallgraben gehörig unter Wasser setzte. In einem kleinen Kraftakt, gelang es noch am Abend die Tennisplätze zu reinigen und wieder bespielbar zu machen. Dennoch war vor allem der Vormittag des Sonnabends verregnet, was das Tennisspiel doch deutlich verändert. Nasse Plätze und Bälle lassen die Filzkugeln nicht ganz so fix über die Netze fliegen, was den Rennern und Kämpfern zu Gute kommt. Das erste Highlight war der Zweikampf zwischen Ramon Roselly (Delitzscher TC) und Momme Schwarz vom Leipziger TC 1990. Diesen entschied der spielstarke und konstanter auftretende Leipziger für sich. Die turnierspezifische Ansetzung eröffnete die für ein Leistungsklassentagesturnier eher untypische Möglichkeit auf ein echtes Finale. In dem standen sich Momme Schwarz und Michael Müller- Berg vom USV Jena gegenüber. Müller- Berg hatte zuvor den jungen Henry Reimitz (1. TC Zwickau) klar bezwungen. Unerwartet deutlich konnte er dann auch Momme Schwarz in zwei Sätzen schlagen, obwohl hier das doch klare Endergebnis dem gebotenen Spielniveau nicht gerecht wurde. Im kleinen Finale, zeigte dann der erst dreizehnjährige Reimitz sein ganzes Können und rang dem deutlich besser eingestuften Roselly einen engen ersten Satz ab. Letztendlich setzte sich aber der DTC- Spieler durch.

Seltenes „Herrenfinale“ Momme Schwarz (links) gegen den Jenenser Michael Müller- Berg
Ramon Roselly (Delitzscher TC) und Henry Reimitz (1. TC Zwickau)

Das zahlenmäßig stärkste und wohl ausgeglichenste Feld bildete die Konkurrenz der Herren über 40 Jahre. Hier verwandelte Carsten Kunz vom TC Blau Weiß Leipzig am späten Sonntagabend den letzten Matchball des Turniers. Er und Christian Schwillo vom TC Grün Weiß Gifhorn blieben in ihren beiden Vergleichen ungeschlagen. Der Niedersachse Schwillo, nahm immerhin mehr als 200 km Anreise in Kauf, um einmal in der nordsächsischen Tennismetropole aufzuschlagen. Die Delitzscher Christian Mörschke und Stephan Martin konnten jeweils eins ihrer Matches gewinnen. Beide sammelten mit ihren Erfolgen gegen besser eingestufte Gegner ordentlich LK- Punkte.

Ass…? Christian Mörschke (Delitzscher TC)

Bei den Ladies waren leider nur drei Meldungen zu verzeichnen. Hier hat auch der Delitzscher TC in Zukunft Nachholbedarf, verfügt er doch über einen größeren Pool an jungen Tennisdamen. Immerhin hatte Juanna Keller für ihren Heimverein gemeldet. Ähnlich dem Phänomen bei den Herren, kam es zu einem Turnier mit einer echten Siegerin. Nach den drei direkten Vergleichen stand die favorisierte Keller als Beste fest. Die trainingsfleißige Delitzscherin konnte sowohl Constanze Büttner vom Leipziger SC 1901 als auch die ebenfalls für den LSC antretende Katharina Lesniak klar bezwingen. Im Match der beiden Messestädterinnen zeigten beide Kontrahentinnen gute technische Ansätze. Hier hatte die erfahrenere Büttner den Schläger vorn.

Ein Trio aus sportliche Tennisdamen

Im Spätsommer steht noch eine weiteres Tagesturnier diesmal für die Herren über 30 und 50 Jahre auf dem Programm des Vereins vom Delitzscher Wallgraben.