Berlin mal zwei

Weil es vor Wochenfrist beim Dreistädteturnier so schön war, packte knapp sieben Tage später erneut eine kleine Delitzscher Delegation ihre Koffer um Nordsachsen in Richtung Hauptstadt zu verlassen. Im Stadtbezirk Treptow- Köpenick ist nicht Fußballbundesligist Union Berlin beheimatet, sondern auch der Tennisverein ESV Schöneweide Berlin. Mit dem Kürzel ESV ist auch schon ein Stück weit der Grund für die Reise erklärt, steht es doch für den Begriff Eisenbahnersportverein. Der Club war mit seiner Tennisanlage Gastgeber der 53. Auflage des sogenannten Lokturniers. Die Lok als Synonym für die Eisenbahn zierte auch lange Zeit das Wappen unseres Vereins. Zu Zeiten der DDR als Abteilung Tennis in der BSG (Betriebssportgemeinschaft) Lokomotive Delitzsch, die kurz nach der Wende in ESV Delitzsch umbenannt wurde. Als größter ziviler Arbeitgeber der DDR, gab und gibt es mehr als dreißig Jahre später nach wie vor viele Vereine die in dieser Tradition stehen. Vieles von dem was das Lokturnier ausmacht, speist sich vor allem aus genau jenen Zeiten, so ist z. B. für die Teilnahme am Event die Mitgliedschaft in einem ehemaligen oder aktuellen Eisenbahnerverein gern gesehen. Das sich dieses Revival mit wechselnden Gastgebern nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, zeigen die doch immer wieder recht hohen Teilnehmerzahlen. Auch 2026 standen an den drei Turniertagen insgesamt neun Konkurrenzen auf dem Programm. Einen besonderen sportlichen Wert zieht das jährliche Wiedersehen seit geraumer Zeit aus der Wertung als Leistungsklassenturnier. Die Rackets wurden in den Jungsenioren- und Seniorenaltersklassen geschwungen. Bei den Damen über 30 Jahre gewann die Delitzscherin Petra Keller ihre beiden Gruppenspiele deutlich in zwei Sätzen. Im Finale gegen die Siegerin der anderen Gruppe Anne Döbler (TC GW Baumschulenweg (Berlin)) musste sie sich knapp geschlagen geben. Im Mixed Doppel spielte sich Petra Keller mit ihrem Partner Ronny Jentzsch vom TC Sportforum Bernau ins Finale. Dort war allerdings gegen die Kombination Anne Döbler und Kai Blacha (TC Frankfurt Oder) keine Kraut gewachsen. Den größten Coup aus DTC- Sicht landeten Mareen Klenke und Monika Zimmermann. Die beiden Oberligaspielerinnen gewannen als Duett den Doppelwettbewerb der Damen über 30 Jahre ohne Satzverlust. Annett Lange vom DTC und ihre Partnerin Ines Annowsky schafften es in der selben Konkurrenz immerhin bis ins Halbfinale. Bei den Herren über 40 Jahre griffen Lutz Lange und Steffen Quellmalz zum Schläger. Gegen die starken Mitbewerber im Doppel hatten sie jedoch kaum eine Chance.

Lokturnier 2026 Momentaufnahmen aus DTC- Sicht

Während in Berlin um LK- Punkte gerungen wurde, nahm mit Ende der Sommerferien der Punktspielbetrieb wieder Fahrt auf. Die noch ausstehenden Partien der Mixedmannschaft sowie einige Nachholer in den anderen Spielklassen stehen bzw. standen an. Vor Wochenfrist unterlag das Mixedquartett des DTC etwas unglücklich beim Leipziger TC Rosenthal mit 2:4. Die beiden Delitzscher Matchpunkte hatte man den starken Einzelauftritten von Sophie Weikert und Ramon Roselly zu verdanken. Am Sonntag rehabilitierte sich das Team mit einem ungefährdeten 5:1 Heimerfolg gegen den TC Markranstädt. Dabei konnten sich alle Spieler:innen mit Punkten im Ergebnisprotokoll verewigen. Carina Kubern, Zoe Przinosch, Ramon Roselly, Maurice Stoppe und Alexander Bernhardt vertraten die DTC- Farben. Die Mixedmannschaft liegt momentan im oberen Mittelfeld der Bezirksliga und peilt in den drei noch ausstehenden Vergleichen eine weitere Verbesserung dieser Position an.

Schnappschüsse vom Mixed

Am Wochenende schnürten einige Mitglieder des Vereins bei „Delitzsch Läuft“ die Laufschuhe. Auf den unterschiedlichen Streckenlängen rund um den Wallgraben vorbei an unseren Tennisplätzen waren hunderte Läufer:innen von Jung bis Alt sportlich aktiv.

Der DTC- Vorstand mittendrin im Geschehen